Russlanddeutsche Kulturtage 2020


Digitale Veranstaltungsreihe
 

Ein besonderes Jahr

Gründung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. am 22. April 1950 und Verabschiedung der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ am 5. und 6. August 1950.

Mit der Gründung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. wurde ein neues Kapitel für eine gelungene Integration der Deutschen aus Russland in die deutsche Gesellschaft aufgeschlagen. Sowohl auf politischer, sozialer und kultureller Ebene hat die Landsmannschaft einen entscheidenden Anteil daran, dass die vielen Millionen Zugewanderten Anschluss an die „alte“ Heimat erhalten haben. Vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit Behörden und politischen Repräsentanten konnten Hürden überwunden und Brücken gespannt werden. Daneben ist die Landsmannschaft mit ihren 16 Landes- und hunderten Ortsverbänden ein Chronist von persönlichen Schicksalen und des historischen sowie kulturellen russlanddeutschen Erbes, welches mit der Einladung von Katharina II im Jahr 1763 begann.

Nicht weniger bedeutsam für die deutsche und europäische Nachkriegsgeschichte war die Unterzeichnung der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“. Sie ist ein Dokument der Versöhnung für rund vierzehn Millionen Deutsche, die aus ihrer ehemaligen Heimat fliehen mussten. Lange Zeit und vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Menschheitsverbrechens wurde das Thema Flucht und Vertreibung tabuisiert. Dabei geht es in der Charta keineswegs darum, die Gräueltaten der Nationalsozialisten zu relativieren. Vielmehr reicht sie die Hand für ein freies, friedliches Europa und die Wahrung der Menschenrechte.

Konträr zur Relevanz beider Daten für die bundesrepublikanische Nachkriegsgeschichte steht ihre öffentliche Perzeption. Genau an diesem Punkt soll mit den Veranstaltungen im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums der Gründung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. und der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ angesetzt und mit einem umfangreichen Programm erzählt, aber auch differenziert begleitet werden. Ziel ist es, die Geschichte öffentlichkeitswirksam für ein breites Publikum aufzuarbeiten, ohne kritische Zwischentöne unter den Tisch fallen zu lassen.


Digitale Kulturtage

Zu den Besonderheiten der diesjährigen Kulturtage gehört die unser Leben bestimmende Corona-Pandemie. Aus diesem Grund können Sie alle Veranstaltungen sicher und bequem von Ihrem Zuhause besuchen. Dazu benötigen Sie nur einen internetfähigen Computer, Laptop oder Smartphone. Wir übertragen alle Veranstaltungen über unsere Social Media Kanäle. Bei Seminaren mit Voranmeldung wären ein Mikrofon und eine Webcam vom Vorteil, da Sie sonst nicht mitdiskutieren können.


Projektpartner und Förderung

Bei den Russlanddeutschen Kulturtagen 2020 handelt es sich um ein gemeinsames Vorhaben der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. in Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus – deutsch-osteuropäisches Forum. Als Kooperationspartner tritt auch das Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold auf. Gefördert werden die Russlanddeutschen Kulturtage 2020 durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.