Kultur



Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland hat ihre Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit stets in erster Linie als Beitrag zur Festigung bzw. Wiedergewinnung der kulturellen Identität der Mitglieder einer Volksgruppe verstanden, die nach Jahrzehnten der Verfolgung und Vertreibung orientierungslos geworden ist. Es sind ganz gewiss Menschen, die es verdient haben, hierher nach Deutschland zu kommen und gemäß ihrer rechtlichen Position gefördert zu werden – auch und vor allem auf kulturellem Gebiet, um die Ausprägung bzw. Wiedererlangung eines stimmigen Selbstbildes zu erleichtern.

Seit ihrer Gründung vor 70 Jahren gehören die Dokumentation der Geschichte der Volksgruppe sowie die Sicherung und Pflege des kulturellen Erbes der Deutschen aus Russland zu den zentralen Anliegen der landsmannschaftlichen Kulturarbeit. Bereits die Gründerväter hatten in der Satzung der Landsmannschaft unter Ziel und Zweck die folgenden Schwerpunkte festgehalten:
  • Förderung der sprachlichen, kulturell-ethnischen und religiösen Identität der Deutschen in den ehemaligen Sowjetrepubliken;
  • Verbreitung und Vertiefung der geschichtlichen Kenntnisse über die ehemaligen Herkunftsgebiete der Deutschen aus Russland;
  • Unterstützung von Forschungsvorhaben auf wissenschaftlichem, ethnischem und kulturellem Gebiet.
  • Herausgabe von Schriften zur Erfassung, Sicherung und Pflege des russlanddeutschen Kulturgutes.
Diesem hohen Anspruch ist die Landsmannschaft bis heute treu geblieben. All diese Aufgabenbereiche werden vor allem durch die Vorbereitung, Herausgabe und Verbreitung von Heimatbüchern und weiteren Pub­likationen abgedeckt.


Aktivitäten auf hohem Niveau

Trotz aller Schwierigkeiten, die sich aufgrund massiver Mittelstreichungen des Bundes für die Kulturarbeit im Vertriebenen- und Aussiedlerbereich (etwa von umgerechnet 23,5 Millionen Euro 1998 auf nur mehr 12,9 Millionen Euro sechs Jahre später) ergeben haben, ist es der Landsmannschaft dank des vorbildlichen Einsatzes ihrer ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter gelungen, ihre Kulturarbeit zu intensivieren. Die wichtigsten kulturellen Veranstaltungen und Maßnahmen der Landsmannschaft der letzten Jahre im Überblick:
  • Bundes- und Landestreffen mit umfangreichem Kulturprogramm;
  • Gedenkfeiern für die Opfer von Deportation, Terror und Zwangsarbeit – alljährlich zentral in Friedland, ergänzt durch Dutzende von regionalen Veranstaltungen;
  • Feiern zu den Auswanderungsjubiläen der Schwarzmeerdeutschen, Wolgadeutschen und Kaukasusdeutschen;
  • Kulturveranstaltungen auf Bundes-, Landes- und Ortsebene sowie im Rahmen der landsmannschaftlichen Wanderausstellung.


Aktuelles und Geplantes

Gegenwärtig beschäftigen sich die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit dem Auf- bzw. Ausbau der Kulturarbeit in den folgenden Bereichen:
  • Koordination der ehrenamtlichen Kulturarbeit in den Landes-, Orts- und Kreisgruppen der Landsmannschaft und Ausbildung der dortigen Mitarbeiter;
  • Vorbereitung und Durchführung von landsmannschaftlichen Maßnahmen der kulturellen Breitenarbeit auf allen Ebenen;
  • Aufbau eines Archivs und eines Museums, in denen die Kulturgeschichte der Russlanddeutschen umfassend und für die Öffentlichkeit zugänglich dargestellt wird;
  • Verfassen von Publikationen zur Kulturgeschichte der Russlanddeutschen, die Wissenschaftlern ebenso wie Laien einen wichtigen, aber bisher weitgehend vernachlässigten Teil der deutschen Geschichte näher bringen sollen;
  • Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen und anderen Einrichtungen, die sich im In- und Ausland mit der Geschichte der Russlanddeutschen beschäftigen;
  • Aufbau von kulturellen Einrichtungen zur Pflege der Kultur und Geschichte der Russlanddeutschen in Deutschland und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion;>
  • Einbindung von auf kulturellem und wissenschaftlichem Gebiet tätigen Landsleuten.
  • Organisation und Durchführung von den Russlanddeutschen Kulturtagen in Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus.



6. April 2022

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